demnächst hierD

ArtActA
Kunst zu den Akten

 

 

Eine Künstlerinitaive für einen kreaktivierten Staat

 

 

 

 

 

 

Bürokratie ist schwer einzuschüchtern, sie ist ihrer Sache und damit leider auch unserer in ihrem Sinne sicher. Das macht krank. Nicht die Bürokratie aber uns – und unsere Gesellschaft.

Bürokratie ist schwer abzuschaffen, Aber man kann einen Virus auf sie ansetzen, sie unterwandern, ihre negative Absurdität offen legen, indem man Kunst einschmuggelt, Kuckuckseier legt in bürokratische Vorgänge, etwa so:

 

Zu Hartz IV: Eine Familie kommt der Aufforderung der Behörde nach, ihre Vermögensverhältnisse bis in den letzten Winkel der gerade im Gebrauch befindlichen Geldbörse offen zu legen.

Die Antwort besteht in einer literarisch hochwertigen Familiensaga, die behördlicherseits ordnungsgemäß bearbeitet werden muss - Literatur im Aktendeckel (sogar mit Illustration, einer Spielkarte Herz 4): ArtAatA.

 

Oder:

Eine Künstlerin passiert die Grenze BRD/Schweiz, im Gepäck Objekte für eine Ausstellung. Bei der Zollkontrolle zieht sie wortlos meterlange handgenähte, darmähnliche Schläuche aus einem Sack (ihre Ausstellungs- und Performanceobjekte) und überlässt den ratlosen Zollbeamten die Aufgabe, diese Merkwürdigkeiten ordnungsgemäß zu registrieren. Das ihnen zur Verfügung stehende Zoll-Vokabular gibt das nicht her. Da sie die Dinge nicht benennen können, sind sie gezwungen, diese möglichst genau zu beschreiben. In den Zollbericht gerät auf diese Weise ein surrealer Text: ArtActA.

 

Es hat bisher sicher sehr viel mehr Fälle von dieser Art Kuckuckseiern gegeben, sie sind nur nicht weiter bekannt geworden – wer sollte sie schon veröffentlichen!

Ab jetzt: Wir!

 

Kunst zu den Akten!: ArtActA ist aber auch mehr: Wohin mit den Ausfluss des produktiven Geistes, fragt sich mancher kreative Zeitgenosse angesichts mangelnder Märkte für Kunst und immer krampfhafter zugehaltener Geldbeutel in wirtschaftlich bitteren Zeiten. Wenn schon hungern oder zumindest darben, dann doch bitte die eigenen Werke standesgemäss unterbringen. Nicht jedermanns Sache sind die Kasernen für Kunst, die Museen und Archive, die spärlich ankaufen und verschwinden lassen. Warum nicht lieber Arbeitsamt, Gerichte und Finanzbehörden mit den eigenen Werken beglücken und ihre Aufbewahrungspflicht nutzen? Als Anlage zu den Anträgen, Widersprüchen und Bescheiden mit sachlich fester Grundlage - da wird die Behörde zum Kunsttempel, stets diskret und unheimlich irritiert. Kunst kann ja soviel Spass machen!

 

Kontakt: fogninst-nicolai-str. 7A  24340 eckernförde 04351 - 72 6200